7.9.2026

Die Youth Delegates 2026 - 2028 stellen sich vor

Wer sind die 3 UNO Youth Reps und die Climate Youth Delegate, die in den nächsten zwei Jahren die Stimme der Schweizer Jugend auf der internationalen politischen Bühne tragen werden?


von l.n.r.: Lucía (2025), Monja Simmler (2026), Sara Ferreira (2026), Jorina (2025), Andreas (2025), Géraldine Heuer (2026)

Mehr über die Jugendlichen

UN Youth Rep: Sara Ferreira

Ich heisse Sara, bin 21 Jahre alt und freue mich sehr darauf, die Schweizer Jugend bei den Vereinten Nationen zu vertreten! Ich habe meinen Bachelor in Internationalen Beziehungen mit Spezialisierung in Recht an der Universität Genf abgeschlossen und absolviere derzeit einen beschleunigten Bachelor in Rechtswissenschaften. Da ich in Genf studiert habe, konnte sich meine Begeisterung für die internationale Bühne voll entfalten und mir ermöglichen, die Interessen zu entwickeln, die meine Arbeit heute leiten.

Im Alter von 10 Jahren kam ich aus Portugal in die Schweiz und habe seither ein lebhaftes Interesse an den Schwierigkeiten, mit denen Minderheiten konfrontiert sind. Erst an der Universität habe ich mich wirklich mit den Menschenrechten auseinandergesetzt, insbesondere bei Amnesty International Schweiz, wo ich auch Jugenddelegierte und Mitglied des Exekutivkomitees bin.

Die Achtung der Menschenrechte muss durch internationale Organisationen gewährleistet werden, da sie eine massgebliche Rolle bei der Gestaltung der Welt von morgen spielen. Mein persönlicher Werdegang, der mich in engen Kontakt mit der Jugend gebracht hat, hat mir ermöglicht, mir ihrer Rolle in den internationalen Arenen voll bewusst zu werden. Ich glaube fest daran, dass die Jugend vertreten sein muss, selbst in Räumen, die ihre Präsenz nicht auf natürliche Weise vorsehen. Es sind die Bemühungen der Vereinten Nationen, die Jugend in ihre Strukturen zu integrieren, die mich dazu motiviert haben, die Rolle als Youth Rep zu übernehmen.

Man hört oft, dass die Jugend die Zukunft sei, doch ich glaube auch, dass sie die Gegenwart ist. Es ist mir wichtig, einen Raum zu schaffen, in dem sich die Jugend ausdrücken kann, aber auch einen Raum, in dem sie einen echten Einfluss haben kann. Während meines Mandats möchte ich die unterschiedlichen Empfindungen und Erfahrungen der Jugendlichen, die die Schweiz vertreten, hervorheben und sie auf nationaler und internationaler Ebene sichtbar machen.

Die Förderung der Achtung der Menschenrechte und des Völkerrechts sowie die Stärkung der internationalen Zusammenarbeit und die Einbindung der Jugend in Entscheidungsprozesse sind Werte, die mir besonders am Herzen liegen. Dieses Engagement spiegelt sich insbesondere in den Zielen für nachhaltige Entwicklung wieder, die mir am wichtigsten sind: SDG 10 (Abbau von Ungleichheiten), SDG 16 (Frieden, Gerechtigkeit und wirksame Institutionen) und SDG 17 (Partnerschaften zur Erreichung der Ziele).

UN Conference: TBD

Priority topics: Reduced Inequalities (SDG 10), Peace, Justice and Strong Institutions (SDG 16), Partnerships for the Goals (SDG 17), human rights and education to human rights, youth integration in decisional spaces. 

Quote: Youth has always been, and will always be, the heart of human rights and the force behind the decisions that shape our world. 

UN Youth Rep: Monja Simmler

Mein Name ist Monja Simmler und ich bin UNO-Jugenddelegierte für die Jahre 2026 bis 2028. In dieser Rolle bringe ich die Anliegen junger Menschen aus der Schweiz bei den Vereinten Nationen ein und werde an einer UN-Konferenz in New York teilnehmen. 

Mein politisches Engagement begann mit den Klimastreiks. Sie haben mir gezeigt, wie viel junge Menschen bewegen können, wenn sie gemeinsam für ihre Anliegen einstehen. Heute studiere ich Philosophy, Politics and Economics mit dem Schwerpunkt Politikwissenschaft an der Universität Luzern. Besonders interessiert mich, wie der Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft ökologisch wirksam und sozial gerecht gestaltet werden kann und wie junge Menschen an den entsprechenden Entscheidungen beteiligt werden.

Im Europäischen Jugendparlament, im Studierendenrat und in der Nachhaltigkeitskommission der Universität Luzern sowie in der Umweltbildungsarbeit bei BirdLife Schweiz habe ich vielfältige Erfahrungen gesammelt. Dabei habe ich gelernt, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und die Jugendpartizipation aktiv mitzugestalten. 

Zu meinen inhaltlichen Schwerpunkten gehören gerechte Klimapolitik und Klimafinanzierung (SDG 13) sowie Umwelt- und politische Bildung und Jugendpartizipation (SDG 4). Darüber hinaus möchte ich mich im Rahmen meines Mandats verstärkt mit sozialen und intergenerationalen Ungleichheiten (SDG 10) sowie mit nachhaltigem Konsum und nachhaltiger Produktion (SDG 12) befassen.

Ich bin überzeugt, dass Jugendliche nicht nur angehört, sondern auch wirksam in politische Entscheidungsprozesse einbezogen werden müssen. Während meines Mandats möchte ich mit Jugendlichen aus unterschiedlichen Regionen und Lebensrealitäten der Schweiz in den Austausch treten, ihre Anliegen in internationale Debatten einbringen und Erfahrungen aus der UNO zurück in die Schweiz tragen. Mein Ziel ist eine Jugendbeteiligung, die nicht symbolisch bleibt, sondern politische Entscheidungen tatsächlich mitprägt. 

UN Conference: TBD

Priority topics: environmental and political education and youth participation (SDG 4), climate policy and climate finance (SDG 13), social and intergenerational inequalities (SDG 10)

Quote: I look forward to bringing young people’s perspectives from Switzerland to the international level and advancing meaningful youth participation for a more sustainable future. 

UN Youth Rep: Géraldine Heuer

Mein Name ist Géraldine. Ich bin 24 Jahre alt und freue mich darauf, in den kommenden zwei Jahren die Schweizer Jugend bei der UNO zu vertreten. Seit mehreren Jahren engagiere ich mich in unterschiedlichen Bereichen – von Sport und Jugendförderung über Wissenschaft bis hin zu Nachhaltigkeit. Was mich dabei besonders antreibt, ist der Austausch mit Menschen und die Frage, wie wir gemeinsam Ideen für die Herausforderungen unserer Zukunft entwickeln können.

Während meiner Zeit an der Kantonsschule begann ich, nach mehreren Jahren im Leistungssport, Kinder und Jugendliche im Rudern zu trainieren. Gleichzeitig engagierte ich mich in unserer lokalen Amnesty-Gruppe und mein schon lange bestehendes Interesse an Umwelt- und Klimafragen wurde durch die Klimabewegung weiter verstärkt. Meine Maturaarbeit über die Verbreitung von Reifenabrieb durch die Luft führte mich schließlich erfolgreich zum nationalen Wettbewerb von Schweizer Jugend forscht und später ans London International Youth Science Forum. Dabei wurde mir immer wieder bewusst, wie eng Wissenschaft, Gesellschaft und Politik miteinander verbunden sind.

Neben meinem Studium der Naturwissenschaften in Zürich engagiere ich mich weiterhin für Wissenschaft und Jugendförderung. Seit drei Jahren arbeite ich beim Wyss Zurich Outreach Project mint&pepper, einem MINT-Nachwuchsförderungsprogramm der ETH und UZH für 8- bis 18-Jährige, und seit zwei Jahren darf ich im Alumni Rat von Schweizer Jugend forscht über 3’000 Alumni vertreten. Durch internationale Austauschprogramme konnte ich zudem in den letzten 5 Jahren mit jungen Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern über Nachhaltigkeit, Innovation und gesellschaftliche Herausforderungen diskutieren.

Besonders beschäftigen mich die Fragen, wie junge Menschen die Fähigkeiten erwerben, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten (SDG 4), wie Wissenschaft, Innovation und neue Technologien zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen können (SDG 9) und wie wir unsere Städte und Gemeinschaften zukunftsfähiger und nachhaltiger gestalten können (SDG 11). Mit diesen Fragen durfte ich mich bereits in verschiedenen nationalen und internationalen Think Tanks auseinandersetzen: von nachhaltiger Stadtentwicklung und neuen Wirtschaftsformen über den Fachkräftemangel in der Energiebranche bis hin zur nachhaltigen Produktion.

Als Youth Rep möchte ich vor allem zuhören: Welche Ideen, Sorgen und Erwartungen haben junge Menschen in der Schweiz? Ich freue mich darauf, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, sie auf internationaler Ebene einzubringen und in den kommenden zwei Jahren viele neue Menschen, Ideen und Sichtweisen kennenzulernen.

UN Conference: TBD

Priority topics: Increasing the number of youth with relevant skills (SDG 4), Sustainable development through science, innovation, and new technologies (SDG 9), and making cities and communities more resilient and sustainable (SDG 11).

Quote: In order to prepare young people for an increasingly complex world, we must not merely talk about them, but must also actively involve them in the decisions of today and tomorrow. 

Climate Youth Delegate: Nora Zürcher

Mein Name ist Nora. Ich habe meinen Bachelor in International Affairs an der Universität St. Gallen sowie meinen Master in Environmental Change and Management an der Universität Oxford abgeschlossen. Umso mehr freue ich mich, diese beiden Bereiche in meinem Mandat als Klimajugenddelegierte zu vereinen. 

Die Beteiligung junger Menschen begleitet mich bereits seit vielen Jahren: als Vertreterin meiner Heimatstadt Basel am International Sister Cities Youth Camp in Shanghai, als Juniordelegierte an einer UNCTAD-Konferenz, bei foraus oder beim Jugendrotkreuz. Heute verbinde ich dieses Engagement mit meiner beruflichen Tätigkeit: Neben meinem Mandat als Climate Youth Delegate und meinem Engagement bei Swiss Youth for Climate berate ich private und
öffentliche Institutionen zu Klima und Nachhaltigkeit.

Dass die Herausforderungen innerhalb des geschlossenen Systems unseres Planeten nicht isoliert voneinander existieren, wurde mir erstmals als Kind bewusst. Damals bin ich von Basel bis zur italienischen Grenze gewandert und habe das Abschmelzen der Gletscher erlebt. Doch erst durch mein Studium begann ich, die Zusammenhänge zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Fragen wirklich zu begreifen. Diese Frage beschäftigt mich auch weiterhin: Wie ermöglichen wir sozioökonomisches Wohlergehen innerhalb der planetaren Grenzen? Zu meinen inhaltlichen Schwerpunkten gehört deshalb auch ein gerechter Strukturwandel (Just Transition) innerhalb der Klimapolitik.

Partizipation - auch durch junge Menschen - ist dahingehend ein zentrales Element.
Die Schweizer Jugend zu beteiligen und zu vertreten, ist für mich eine grosse Verantwortung. Zentral ist dabei das Anliegen, wie eine Vertretung der heterogenen Schweizer Jugend gelingen kann. Im Rahmen meines Mandats führe ich deshalb gemeinsam mit Swiss Youth for Climate mehrerer Jugenddialoge sowie die erste nationale Klimajugendumfrage durch. Damit möchte ich nicht nur über junge Menschen sprechen, sondern ihre Perspektiven als Mitglied der Schweizer Delegation an den UNO-Klimaverhandlungen einbringen. Gleichzeitig möchte ich dadurch junge Menschen für internationale Klimapolitik und ihre eigenen Handlungsmöglichkeiten sensibilisieren. 

UN Conference: 2026 UN Climate Change Conference (COP31) in Antalya, Türkiye
Priority topics: SDG 13: Massnahmen zum Klimaschutz, SDG 10: Weniger Ungleichheiten

Quote: Es kann keine lebenswerte Zukunft für die jungen Generationen geben, wenn sie heute keinen Platz an den Entscheidungstischen haben.