«We make Democray!»- Academy: was war, was bleibt und was wird

26.1.2026

Was bleibt, wenn ein kollaboratives Projekt zwischen den Ländern im Westbalkan und der Schweiz endet? Bei der «We make Democracy!» – Academy ist vor allem eines geblieben: die Erkenntnis, dass Lernen dort besonders wirksam wird, wo Erfahrung, Reflexion und Beziehung zusammenkommen.


Für mich war es ein Raum, in dem ich nicht nur neue Fähigkeiten lernte, sondern auch Menschen traf, die mich wirklich inspirierten und in denen ich mich verstanden fühlte. – Aus der Evaluation einer teilnehmenden Person

Wir berichten über die wichtigsten Erkenntnisse aus der Academy und darüber, wie es weitergeht.

Über die gesamte 2-jährige Laufzeit der Academy hinweg zeichnen die Evaluationen ein klares Bild. Im Self-Assessment geben über 80 % der Teilnehmenden an, dass sich ihr Verständnis demokratischer Prozesse, verknüpfte gesellschaftlicher Themen, wie Repräsentation, die Rolle der Medien und Normen, sowie politischer Kontexte, deutlich vertieft hat. Besonders stark ist der Kompetenzzuwachs in Bereichen wie Perspektivenvielfalt, Reflexionsfähigkeit und dem Umgang mit komplexen, nicht eindeutigen Fragestellungen. Viele Teilnehmende schätzen sich nach der Academy spürbar sicherer ein, demokratische Prozesse zu analysieren und in ihren eigenen Arbeits- und Wirkungskontexten aktiv mitzugestalten.

Doch die Wirkung der Academy war weit mehr als nur das Erlernen von Fachwissen. Sie war ein Raum der Begegnung, des Austauschs und der gegenseitigen Inspiration. Das Gefühl von Zugehörigkeit und Vertrauen innerhalb der Gruppe wird im Self-Assessment im Durchschnitt mit rund 8 von 10 Punkten bewertet. Viele Teilnehmende beschreiben die Academy als einen „Safer Space“, in dem sie sich geöffnet und neue Perspektiven gewonnen haben. 

Dieses Miteinander war ein zentraler Bestandteil des Lernprozesses. Es zeigt sich, dass die Academy Wissen, wie auch Raum für gemeinsames Erleben geschaffen hat; durch die gemeinsamen Diskussionen, spontanen Gespräche oder die Vernetzung über Ländergrenzen hinweg. Diese Gruppendynamik war der Katalysator für viele individuelle und kollektive Aha-Momente.

Ein dritter zentraler Aspekt betrifft die Begleitung des Lernprozesses. Unter anderem wurden Learning Journals und ein regelmässige Self-Assessment konsequent implementiert. Diese wurden von der grossen Mehrheit der Teilnehmenden als hilfreiche Instrumente eingeschätzt. Über drei Viertel der Rückmeldungen bewerten diese Methoden positiv oder sehr positiv. 

Das Learning Journal hat mir geholfen, meine Gedanken zu ordnen und wirklich zu verstehen, wie sehr sich mein Denken verändert hat. Ich werde diese Methode in meiner Arbeit weiterverwenden“,

berichtete eine Teilnehmerin. Lernen wurde dadurch als zusammenhängender, nachhaltiger Prozess, der Zeit und Reflexion benötigt, um vollständig zu greifen.

Ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis der Academy ist die Entwicklung neuer didaktischer Tools, die direkt aus den Erfahrungen und Bedürfnissen der Teilnehmenden hervorgegangen sind. Während der Academy wurden ausgewählte Methoden intensiv analysiert und reflektiert. Doch der wahre Mehrwert entstand, als die Teilnehmenden begannen, ihre eigenen Tools und Materialien zu entwickeln, die noch gezielter auf die spezifischen Lernbedürfnisse ihrer eigenen Kontexte abgestimmt sind.

Die Zusammenarbeit in internationalen und interdisziplinären Gruppen hat es den Teilnehmenden ermöglicht, kreative und praxisnahe Lösungen zu erarbeiten, die die Themen Demokratie, Partizipation und soziale Verantwortung auf innovative Weise vermitteln. Diese neuen Materialien und Konzepte sind nun nicht nur für die Teilnehmenden selbst von Nutzen, sondern stehen nun auch auf der Projekthomepage zur Verfügung, als offenes Angebot für alle, die demokratische Lernprozesse in ihren eigenen Kontexten und Netzwerken fördern möchten.

Und nun?

Genau aus diesen Erkenntnissen heraus entstand die nächste Frage fast von selbst: Was passiert, wenn Menschen, die diesen Lernprozess selbst durchlaufen haben, beginnen, ihn für andere zu gestalten? 

Die Academy hat gezeigt, dass der Weg vom eigenen Lernen hin zur Fähigkeit, andere zu inspirieren und anzuleiten, ein natürlicher und wichtiger Schritt ist. 
Die  «We make Democracy!» – Academy: Training of Trainers ist die konsequente Weiterentwicklung dieser Erkenntnis. Sie baut auf den Werten, Methoden und Erfahrungen der Academy auf und verschiebt den Fokus hin zu einer aktiven Rolle als Multiplikator:in: vom eigenen Lernen hin zum Ermöglichen von Lernen für andere.
Die Academy und ihre Weiterentwicklung sind daher keine neuen, isolierten Initiativen, sondern eine Antwort auf das, was die Daten und das Feedback der Teilnehmenden bereits klargemacht haben: Ein starkes Bedürfnis nach mehr Verantwortung, mehr Reflexion und mehr praktischer Anwendung.