Social Media regulieren statt Jugendliche ausschliessen

11.5.2026

Obwohl inzwischen klar ist, dass Plattformen wie Google und Meta so entwickelt werden, dass sie Nutzer*innen binden und abhängig machen, will die Politik Jugendschutz mittels Einschränkungen und Verboten durchsetzen. Aus Sicht der SAJV greift dieser Ansatz zu kurz: Er verlagert die Verantwortung weg von den Plattformen hin zu den Jugendlichen.


Gerichtsurteile in den USA zeigen deutlich: Plattformen wie Google und Meta wurden gezielt so entwickelt, dass sie Nutzer*innen binden und abhängig machen. Die negativen Auswirkungen auf junge Menschen sind damit kein Zufall, sondern Teil des Systems.

Trotzdem setzt die Politik vermehrt auf Verbote und Einschränkungen, etwa durch Alterskontrollen, Zugangsbeschränkungen oder Überwachung. Aus Sicht der SAJV greift dieser Ansatz zu kurz: Er verlagert die Verantwortung weg von den Plattformen hin zu den Jugendlichen.

Für viele junge Menschen sind soziale Medien zentrale Orte der Information, des Austauschs und der demokratischen Teilhabe. Gerade für marginalisierte Gruppen bieten sie oft den einzigen Zugang zu Gemeinschaft, Unterstützung und Sichtbarkeit. Pauschale Verbote riskieren deshalb, genau jene auszuschliessen, die besonders auf solche Räume angewiesen sind.

Die SAJV setzt sich stattdessen für strukturelle Lösungen ein: Plattformen müssen stärker in die Verantwortung genommen werden, insbesondere bei manipulativen Designmechanismen wie endlosem Scrollen, algorithmischen Feeds oder Push-Benachrichtigungen. Der europäische Digital Services Act (DSA) zeigt, dass eine solche Regulierung möglich ist. Die Schweiz sollte diesen Standard übernehmen und nicht hinter internationale Entwicklungen zurückfallen.

Zentral ist dabei auch die Perspektive der Jugendlichen selbst: Wer digitale Räume gestaltet, muss junge Menschen einbeziehen. Es braucht politische Prozesse, in denen ihre Erfahrungen und Bedürfnisse ernst genommen werden.

Für die SAJV und 30 weitere europäische Jugendvertretungen ist klar: Erfolgreicher Jugendschutz bedeutet nicht Ausschluss, sondern Zugang zu sicheren und inklusiven digitalen Räumen. Eine nachhaltige Lösung gelingt nur, wenn die Ursachen angegangen werden, gemeinsam mit der Generation, die diese Zukunft mitgestalten wird.

Nachfolgend findest du den "op-ed: Youth's perspective on online bans", den die SAJV mitunterzeichnet hat: