Erfolgreiche Westschweizer Kinderkonferenz 2026: Konkrete Projekte zur Verbesserung ihres Alltags

5.2.2026
Der vergangene Samstag markiert das Ende der Westschweizer Kinderkonferenz, die vom 28. bis 31. Januar in Lignerolle (VD) stattfand. In Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) und dem Théâtre Am Stram Gram organisierte Terre des Hommes Suisse diese Veranstaltung, an der rund vierzig Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren teilnahmen, um über Kinderrechtskonventionen zu diskutieren und Projekte vorzuschlagen, die ihren Alltag verbessern könnten.
Nach einer Sensibilisierungsphase, an der 400 Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren in der Westschweiz teilnahmen, wählten Kinder aus den Kantonen Genf, Waadt, Wallis und Freiburg Themen aus, die ihnen am Herzen liegen und die sie in ihrem Alltag verbessern möchten. 38 Kinder aus schulischen und ausserschulischen Einrichtungen, die von ihren Altersgenossen gewählt wurden, kamen anschließend zusammen, um Projekte zu den Themen Ernährung, Familienleben, Gesundheit und Gleichstellung zu entwickeln. Diese Projekte spiegeln ihren Wunsch wider, ihre Selbstständigkeit und ihre Fähigkeit zu stärken, Entscheidungen zu beeinflussen, die sie direkt betreffen, und stehen damit ganz im Zeichen des Prinzips der Selbstbestimmung. Die Kinder schlagen beispielsweise folgende Projekte vor:
- Recht auf Gesundheit: Verteilung von Notfall-Kits mit Hygieneartikeln und anderen Grundprodukten in der Schule an bedürftige Familien.
- Recht auf Nahrung: Organisieren von Schulworkshops, in denen Ernährungsberater*innen, Landwirt*innen und Schulklassen miteinander ins Gespräch kommen.
- Recht auf Gleichstellung: Schulung und anschliessende Wahlen von einigen sogenannten „Mini-Mediator*innen” in jeder Klasse, die bei Konflikten zwischen Schüler*innen als Vertrauenspersonen fungieren können.
- Recht auf Familie: Sensibilisierungskampagne für Eltern zum Thema Unwohlsein, welches Kinder bei elterlichen Konflikten empfinden können.

Die Abschlusskonferenz fand am Samstagnachmittag im Théâtre Am Stram Gram in Genf statt, wo mehrere Politiker*innen aus Gemeinden, Kantonen und dem Bund sowie einige Mitglieder von Gemeinde- und Kantonsverwaltungen, die für Kinder- und Jugendfragen zuständig sind, anwesend waren. Sie konnten sich über alle von den Kindern ausgearbeiteten Vorschläge austauschen.
Mit den von ihnen entwickelten Projekten haben die Kinder einmal mehr bewiesen, dass sie die wahren Expert*innen ihres eigenen Lebens sind. In dieser Rolle wirken sie auch an der Erstellung des Kinder- und Jugendberichts mit, der vom Netzwerk Kinderrechte Schweiz verfasst wird und die Sichtweise der Kinder und Jugendlichen zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention darlegt.
Die Deutschschweizer Kinderkonferenz findet Ende März (25.03.-28.03) in Trogen (AR) statt, um weitere Vorschläge auszuarbeiten. Im April besuchen die Kinder beider Konferenzen gemeinsam das Bundeshaus und diskutieren ihre Anliegen mit Bundesparlamentarier*innen.